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Koloskopie

Stellenwert der Darmspiegelung – Koloskopie

 

Abgesehen von seltenen Ausnahmen entsteht der Darmkrebs auf Basis von Polypen. Die Polypen entstehen im Laufe der Jahre auf der Darmschleimhaut als harmlose Schleimhautwucherungen. Aus diesen Polypen entwickeln sich Adenome (= Polypen mit Zellveränderungen, Dysplasien), die sich im Rahmen der sogenannten „Adenom Karzinomsequenz“ zu einem bösartigen Tumor (= invasives Karzinom, Krebs) umwandeln. Dieser Prozess dauert rd. 10 Jahre. Man hat also im Schnitt 10 Jahre Zeit, um ein Adenom (Polyp mit Zellveränderungen) zu entfernen bevor ein Darmkrebs entsteht.

Die Tatsache, daß eine Krebsvorstufe rd. 10 Jahre besteht bevor sich ein invasives Karzinom entwickelt ist eine ganz besondere Konstellation. Da in der Normalbevölkerung bei mehr als 30% der über 50 Jährigen bereits Polypen vorhanden sind, ist es sehr verständlich, daß es sich um sehr häufiges Leiden handelt und ein Drittel der über 50 jährigen Österreicher betrifft. Die Erkennung und fachmännische Entfernung eines Adenoms verhindert Darmkrebs und läßt den Betroffenen gesund bleiben.

Die Entfernung ist in den meisten Fällen einfach und kann über eine Darmspiegelung erfolgen. Ich nehme alle Darmspiegelungen in Sedierung, in einer sog. Rauschnarkose vor. Die Untersuchung ist somit völlig schmerzfrei und die meisten Patienten schlafen während der gesamten Untersuchung. Aber - keine Sorge - es handelt sich um keine „echte“ Narkose. Sie sind nur in einem Dämmerschlaf und im Prinzip voll ansprechbar.

Darmspiegelungen sind ab dem 45. Lebensjahr bei gesunden asymptomatischen Leuten ohne familiäre Tumorvorbelastung empfohlen. Bei Auftreten von Symptomen wie Stuhlunregelmässigkeiten, Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, etc. ist eine Untersuchung unverzöglich und altersunabhängig vorzunehmen.

 

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